Zentrum für hypnosystemische Wiesen
Der Begriff „Resonante Individuation“ entspringt einem Ericksonschen Versprecher von Stephen Gilligan bei einem Seminar mit Gunther Schmidt. Der gebräuchliche Term lautet „Bezogene Individuation“, welcher von Helm Stierlin und der heidelberger Gruppe geprägt wurde. Da Resonanz aus meiner Sicht die Möglichkeit, bei sich zu sein und gleichzeitig den anderen zu spüren wunderbar verkörpert, habe ich mich für diesen entschieden.
Unter dem „Resonanten Weg“ verstehe ich die Kunst, den eigenen Weg zu beschreiten und gleichzeitig das Umfeld und die Umwelt, und die Auswirkunden meines Handelns auf diese gewahr zu sein. Ich bevorzuge den Begriff „Weg“ anstelle des viel verbreiteteren Begriffs „Ziel“. Sich ein Ziel zu setzten mag in vielen Fällen sinnvoll sein, es kann uns aber von all den Möglichkeiten ablenken, die uns auf dem Weg noch begegnen. Gunther Schmidt hat ein eigenes Verständnis im Umgang mit Zielen, diese orientiert sich am polynesischen Segeln und ist maximal offen im Anpassen des Zieles unterwegs.
Um sich auf den Weg einzustimmen, haben sich drei Schritte als hilfreich erwiesen. Ich durfte diese Schritte in einer persönlichen Arbeit mit Stephen Gilligan kennen lernen.
In einem ersten Schritt geht es darum, sich Zeit zu nehmen, um wieder bei sich selbst einzuchecken. oftmals sind wir zu sehr mit einer Seite von uns identifiziert, manchmal wissen wir vor lauter Herausforderungen und Dingen, die uns beschäftigen, nicht mehr, wo wir stehen. Oder wir sind von einer überwätltigenden Situation völlig ausser sich.
Das Ziel bildet in der hypnosystemischen Therapie den Dreh- und Angelpunkt. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des Problemmusters. Vor allem als Induktion des Trancephänomens „Tunnelblick“ bietet es viele Ansatzpunkte für hilfreiche Änderungen.
Deshalb die Einladung, einen Schritt zurück zu gehen, die Notwendikeit etwas zu performen oder leisten, soweit wie möglich loslassen.
Die spannende Instanz des „Hidden Observers“, die in tiefer Trance, wo beispielsweise eine Schmerzfreiheit erlebt wird, trotzdem noch da ist und registriert, wie stark der Schmerz ist. Eine innere Instanz, die alles wahrnimmt, sich selbst aber nicht involviert. Vielleicht die ideale Mitte?
Resonant zu spüren, ob sich mein Ziel stimmig anfühlt und mehr noch, ob es meinem Weg entspricht, kann helfen, die unendlichen Möglichkeiten, die aus der Verbindung mit dem kreativen Unbewussten entstehen, zu kanalisieren und so eine Richtung zu geben. Wichtig scheint auch die Erkenntnis, je mehr ein Ziel angestrebt wird, desto wichtiger kann es werden, die Gegenkräfte sowie die Loyalität zu berücksichtigen.
Jeder Weg und jede Geschichte ist eingebettet in anderen Geschichten. Oftmals kann es hilfreich sein, den Rahmen zu erweitern und zu erahnen, in was für einem Zusammenhang etwas steht, d.h. es kann Rekontextualisiert werden. Die Achtsamkeit für das Muster, das verbindet spielt hier eine wesentliche Rolle.
Häufig sind wichtige Ressourcen dissoziiert, das Öffnen des Feldes und damit die Erweiterung des Entfaltungsspielraumes kann bei der Überwindung von Hindernissen essentiel sein. Eine der zentralsten Annahmen von Milton H. Erickson ist im Untilisationsprinzip definiert. Alle Ressourcen die ein Mensch in der Therapie benötigt sind bereits vorhanden und müssen nur wiederentdeckt und verknüpft werden.